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PHILOXENIA ist online! Herzlich willkommen auf der Homepage unseres Freundeskreises.

Sie kennen uns noch nicht? Dann stöbern Sie doch einfach mal ein bißchen in unserer Kategorie "Wer wir sind" und Sie erfahren mehr!
Herzliche Einladung zu unserer Klosterfahrt nach Thessaloniki im September 2015! Mehr erfahren Sie unter der Kategorie "Reisen".
 
Im Mitgliederbereich finden Sie exklusive Inhalte!


 


PHILOXENIA-Begegnung in Berlin 2015


"Orthodoxe Christen in Berlin"

 


 

Begegnung in der serbischen

 

Orthodoxen Gemeinde des Hl. Sava

 

Ruppiner Str. 28 13355 Berlin-Wedding

 

 

9.-11. Oktober 2015

 

 

Liebe Ökumene-Interessierte,

liebe Freundinnen und Freunde

der PHILOXENIA,


In diesem Jahr laden wir erstmalig zu einer Begegnung mit orthodoxen Christen in der Bundeshauptstadt ein.

In Berlin ist die Orthodoxe Kirche mit zahlreichen Bischofssitzen und Gemeinden vertreten, sodass wir hier besonders gut die Schätze der Orthodoxen Kirche in ihren unterschiedlichen Traditionen, ihrem liturgischen Reichtum und im konkreten gemeindlichen Leben kennenlernen können.

Am Samstag feiern wir die Orthodoxe Liturgie deshalb mit Geistlichen aus verschiedenen orthodoxen Gemeinden.

Gesamtkirchlich gesehen ist die Orthodoxe Kirche bereits seit einigen Jahren auf dem Weg zu einem panorthodoxen Konzil, das 2016 stattfinden und die Situation orthodoxer Christen in aller Welt neu regeln und zu einem Konsens führen soll. Darüber erfahren wir mehr in einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bremer.

Unsere Begegnung findet in dem geschichtlich bedeutsamen Gebiet der innerdeutschen Mauer statt, sodass wir diese Zusammenhänge in unserer Programm einbeziehen: Der evangelische Gottesdienst findet in der Kapelle der Versöhnung statt, wo bis 1985 die von der DDR gesprengte Versöhnungskirche stand. Am Sonntag nach der Hl. Messe besuchen wir die Gedenkstätte Berliner Mauer.


Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

 

VERLAUF DER BEGEGNUNG

( Änderungen vorbehalten )


Freitag, 9. Oktober 2015


Ab 15.00 Anreise im Hotel 4 Youth

              am Mauerpark Berlin (s.u.)


18.00 Evangelischer Abendmahls-Gottesdienst

         mit Pfr. Thomas Jeutner

Ort:   Kapelle der Versöhnung, Bernauer Str. 4, 10115 Berlin

         Anschl.: Agape und Rundgespräch in der Ev.Versöhnungsgemeinde, Bernauerstr. 111, 13355 Berlin

 

 

Samstag, 10. Oktober 2015

 

Ab 8.00 Frühstücksmöglichkeit

 

 

10.00 Panorthodoxe Liturgie mit Panichida (= Totengedenken)

Ort:  Kirche des Hl. Sava, Ruppiner Str. 28, 13355 Berlin

         Hauptzelebrant: Bischof Hanna Haikal

 

12.30 Mittagessen anschl. Kleines Serbisches Kulturprogramm

        

14.00 Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Thomas Bremer, WWU Münster

        „Die Orthodoxe Kirche auf dem Weg zum panorthodoxen Konzil“

 

16.00 Kaffee-/Teerunde


18.00 Orthodoxer Vespergottesdienst in der Kirche des HL. Sava

          Anschl.: Abendimbiss

 

Sonntag, 11. Oktober 2015


10.00 Katholische Hl. Messe mit P. Frano Cugura OFM

Ort:    Kirche St. Sebastian, Feldstr. 4, 13355 Berlin

 

11.30 Besuch/Führung durch die Gedenkstätte

        Berliner Mauer mit Herrn Rainer Just, Ev. Versöhnungsgemeinde


ca. 13.00 Mittagsbuffet im Restaurant Pune, Oderbergerstr. 28, 10435 Berlin


ca. 14.30 Ende der Begegnung

 

Wir erbitten einen Tagungsbeitrag in Höhe von 20,- € oder gern auch mehr als Spende. Wer den Kostenbetrag nicht aufbringen kann, kann Hilfe unseres Freundeskreises erhalten.


Unterbringung

Hotel 4 Youth am Mauerpark Berlin, Bernauer Str. 45/46, 10435 Berlin,

            Ca. 400 m vom U Bhf. Bernauerstr. (U8) und direkt gegenüber der Tramhaltestelle Wolliner Str. (M10).

              Die Kosten für die Übernachtung mit Frühstück betragen 130,00 € (EZ) bzw. 150,00 € (DZ als EZ oder DZ).


Anmeldung bitte an:

Maria Wedewer-Steffen

Haus PHILOXENIA

Donaustr. 6

28199 Bremen

Für Rückfragen: Tel.: 0421-59 624 99 bzw. 0177-463 70 56. Es erfolgt keine schriftliche Zusage.


Wir freuen uns auf die Begegnung in Berlin und grüßen Sie/ Euch herzlich.

 

Frau Maria Wedewer-Steffen,

Msgr. Wilm Sanders,

Dekan Pfr. Boris Ustimenko

& Pfr. Veljko Gacic


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    2015

 

In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt der PHILOXENIA-Arbeit auf den Begegnungen mit den Armeniern und dem Gedenken an die Opfer des Völkermordes vor 100 Jahren, den die Armenier "Aghet - Vernichtung" nennen. Monsignore Wilm Sanders als Leiter unseres Freuindeskreises hat dazu an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, geschrieben:

"Bei unserem Treffen im Kloster Nütschau kam die Frage auf, ob sich der Deutsche Bundestag zu diesem 100-Jahr-Gedenken am 24. April noch einmal öffentlich äußern und auch das Versagen der damaligen deutschen Politik noch einmal deutlich beklagen werde. Möglicherweise ist ja eine entsprechende Erklärung in Arbeit. Im Namen des PHILOXENIA-Leitungskreises trage ich Ihnen die Bitte vor, Sie möchten wenigstens die Armenier-Erklärung des Deutschen Bundestages aus dem Jahre 2005 noch einmal im Hohen Haus verlesen und damit bestätigen."

 

In  Kooperation mit der Armenischen Gemeinschaft hat der PHILOXENIA-Kreis Bremen ein umfangreiches Gedenkprogramm vorbereitet.

 

Rede von Bürgermeisterin Karoline Linnert

anlässlich

100 Jahre Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern

im Jahre 1915


 


Sehr geehrter Diakon Hakop Sahinian,

sehr geehrte Frau Wedewer-Steffen vom Freundeskreis Philoxenia,

sehr geehrter Herr Dr. Mangelsen von der Armenischen Gemeinschaft,

meine sehr geehrten Damen und Herren,


Heute vor einhundert Jahren, am 24. April 1915, wurden mehrere hundert Intellektuelle

und Prominente, Abgeordnete, christliche Geistliche, Ärzte, Anwälte, Journalisten, ganz

verschiedene Menschen im damaligen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, verhaftet

und verschleppt. Sehr viele von ihnen wurden umgebracht.

Zeitgleich wurden auch in vielen anderen Städten und Regionen des osmanischen

Reichs Menschen verhaftet und ermordet oder verschleppt und auf Todesmärsche in die

syrische Wüste getrieben. Sie alle waren Armenier.

Heute steht der 24. April als Gedenktag für den Beginn der massenhaften Verfolgung,

Folter, Deportation und Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armenierinnen und

Armeniern im osmanischen Reich in der Zeit ab 1915.

Augenzeugen haben die kaum zu beschreibenden Schrecken des Jahres 1915 schriftlich

festgehalten:

Der deutsche evangelische Theologe Johann Lepsius und der Sozialdemokrat, Pazifist

und Dolmetscher Heinrich Vierbücher berichteten damals schon, dass nach den

Massenverhaftungen in Konstantinopel vor allem im Osten Anatoliens Dörfer überfallen

wurden.

Männer wurden verhaftet, entsetzlich gefoltert und umgebracht. Oft mussten ihre

Angehörigen die Folter mit ansehen. Alte Menschen, Frauen und Kinder mussten all

ihren Besitz zurücklassen und wurden wie Vieh auf Todesmärsche getrieben, vorwärts

geprügelt, wenn sie erschöpft waren, ohne Rücksicht auf Krankheit oder Alter.

Zehntausende Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt.

Auf den Deportationsmärschen durch Gebirge und in die Wüste verhungerten und

verdursteten sehr viele Menschen. Sie starben an Entkräftung, an Krankheiten und an

Qualen, die ihnen zugefügt wurden.

Etwa 20-25.000 Armenierinnen und Armenier wurden im Juni 1915 aus Erzincan

deportiert und durch das Euphrat-Tal bis zur Kemach-Schlucht getrieben.

Dort fand ein drei Tage andauernder, blutrünstiger Massenmord statt, bei dem alle

Armenierinnen und Armenier letztlich in die Schlucht hinabgestürzt wurden.


Die meisten Historikerinnen und Historiker, viele Politikerinnen und Politiker und auch

Papst Franziskus betrachten die Taten des Jahres 1915 als den „ersten Völkermord des

20. Jahrhunderts“. Dem schließe ich mich ausdrücklich an.

Dieses 20. Jahrhundert war ein blutgetränktes, ein von nationalistischen Vorstellungen

durchdrungenes Jahrhundert. Ein Jahrhundert, in dem verschiedene Herrscher unter

anderem zum brutalen Mittel von „massenweisen Zwangs-umsiedlungen“ griffen:

Das geschah im osmanischen Reich gegen die armenische Minderheit gerichtet, das

geschah unter Adolf Hitler, der seinem behaupteten „Volk ohne Raum“ neuen, so

genannten „Lebensraum im Osten“ beschaffen wollte. Und das geschah unter Joseph

Stalin, vor allem gegen kaukasische Bevölkerungsgruppen, die aus Südrussland nach

Zentralasien vertrieben wurden. Etwa 700.000 Menschen fanden dort den Tod.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lebten im Osmanischen Reich die muslimische türkische

Mehrheit und verschiedene christliche Minderheiten nebeneinander:

außer den Armeniern auch Griechen, Chaldäer, Aramäer, Assyrer. Sie durften ihren

christlichen Glauben leben.

Sie waren jedoch nie wirklich gleichgestellt, mussten zusätzliche Steuern bezahlen und

sahen sich immer wieder Diskriminierungen ausgesetzt.

Etwa 25 bis 40 Prozent der ostanatolischen Bevölkerung im osmanischen Reich waren

Armenierinnen und Armenier. Die allermeisten Armenier standen friedlich und loyal dem

osmanischen Reich gegenüber. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, während der

Balkankrise und einem in Europa aufkommenden Nationalismus, gab es auch unter den

Armeniern Unabhängigkeitsbestrebungen.

Das auch gewaltsame Unabhängigkeitsstreben EINIGER diente als Vorwand für

grausame Pogrome gegen ALLE Armenier. In den Jahren 1894-1896 waren

zehntausende von ermordeten Armeniern zu beklagen.

Als 1908 die Jungtürken an die Macht kamen, hoffte die armenische Bevölkerung

zunächst auf die Besserung ihrer Lage. Sie musste jedoch sehr bald erleben, dass

innerhalb der jungtürkischen Bewegung die nationalistische Strömung die Oberhand

gewann. Diese hatte einen Staat vor Augen, in dem nicht-muslimische Minderheiten

keinen Platz hatten.

Wenn man der schrecklichen Ereignisse und Gräuel vor einhundert Jahren gedenkt,

dann gehört auch dazu, dass wir Deutsche uns mit diesem Genozid auseinander setzen.

Denn neben der heutigen Türkei als Rechtsnachfolgerin des osmanischen Reichs, ist die

heutige Bundesrepublik letztlich in der historischen Verantwortung für das, was das

Deutsche Kaiserreich damals getan bzw. gelassen hat.


Das Deutsche Kaiserreich und das Osmanische Reich waren „Waffenbrüder“ im ersten

Weltkrieg: Generalstabschef der türkischen Streitkräfte war General Friedrich Bronsart

von Schellendorf. Der deutsche Marineattaché Hans Human war eng mit dem sehr mächtigen Kriegsminister und Deportationsbefürworter Enver Pascha befreundet.

Entsprechend wussten deutsche Diplomaten und Militärs sehr genau Bescheid darüber,

welche Schrecken die armenische Minderheit im osmanischen Reich erleiden musste.

Belege dafür finden sich in den Akten des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reichs.

Der deutsche Botschafter Hans von Wangenheim schrieb am 17. Juni 1915 aus

Konstantinopel an den deutschen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg:


Daß die Verbannung der Armenier nicht allein durch militärische Rücksichten motiviert

ist, liegt zutage. Der Minister des Innern Talaat Bey hat sich hierüber kürzlich gegenüber

dem zur Zeit bei der Kaiserlichen Botschaft beschäftigten Dr. Mordtmann ohne Rückhalt

dahin ausgesprochen „daß die Pforte den Weltkrieg dazu benutzen wollte, um mit ihren

inneren Feinden – den einheimischen Christen – gründlich aufzuräumen, ohne dabei

durch die diplomatische Intervention des Auslandes gestört zu werden; das sei auch im

Interesse der mit der Türkei verbündeten Deutschen, da die Türkei auf diese Weise

gestärkt würde.“


Im Juni 1915 – als das Deportationsgesetz gegen die Armenische Minderheit gerade in

Kraft getreten war –, berichtete außerdem der Generalkonsul in Konstantinopel Johann

Heinrich Mordtmann:


Das läßt sich nicht mehr durch militärische Rücksichten rechtfertigen; es handelt sich

vielmehr, wie mir Talaat Bej vor einigen Wochen sagte, darum die Armenier zu

vernichten.“


Hochrangige Vertreter des Deutschen Kaiserreichs bis hin zum Reichskanzler waren

also Mitwisser. Und sie hielten es nicht für erforderlich, etwas gegen die massenhafte

Ermordung der Armenier zu tun.

Auf historische Ereignisse mit einem „Was wäre geschehen, wenn…“ zu blicken, ist

heikel. Wir können nur spekulieren. Trotzdem denke ich, dass bei deutlicher Intervention

seitens der Deutschen Menschenleben hätten gerettet werden können. Ob das den

Völkermord verhindert hätte, weiß niemand zu sagen.

Diese Rolle, die das deutsche Kaiserreich gespielt hat, wird meines Wissens auch im

deutschen Geschichtsunterricht kaum oder gar nicht behandelt. Aber auch wir heutigen

Deutschen haben eine historische Verantwortung.

Der Tod so vieler Menschen ist schrecklich. Mittlerweile haben über 20 Staaten die

massenhaften Deportationen, das Morden und die Todesmärsche als Genozid offiziell

anerkannt.

Der deutsche Bundespräsident Gauck hat gestern von einem Völkermord gesprochen.

Auch alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich diese Einschätzung zu eigen

gemacht.

Dinge beim Namen zu nennen, kann sehr schmerzhaft sein – und trotzdem ist es wichtig

und richtig.

Die heutige, moderne Türkei ist aus dem osmanischen Reich hervor gegangen. Bis

heute ist die offizielle Haltung des türkischen Staates, dass es sehr viele Tote gegeben

habe, aber keine gezielte und vorsätzliche Verfolgung der Armenier.

Ich erkenne an, dass der damalige Ministerpräsident der Türkei, Herr Recep Tayyip

Erdogan, im April 2014 erstmals den Nachkommen der umgekommenen Armenier sein

Beileid aussprach.

Und ich erkenne an, dass der heutige Ministerpräsident der Türkei, Ahmet Davutoglu, in

diesem Jahr den umgekommenen Armeniern seinen Respekt erweist und den

Nachkommen ebenfalls sein Beileid ausspricht.

Was fehlt ist die Anerkennung, dass die Armenierinnen und Armenier nicht wegen der

harten Lebensbedingungen im Krieg umgekommen sind.

Wenn ich heute von Völkermord spreche, dann tue ich das nicht, um die in Bremen oder

anderswo lebenden türkischstämmigen Menschen zu verletzen.

Ich möchte die Gräben nicht vertiefen, die es schon gibt. Im Gegenteil: Ich setze darauf,

dass gerade wegen unseres gewachsenen guten Kontaktes offene Worte unter einander

freundlich gesonnenen Menschen möglich sind.

Und ich spreche auch deshalb von einem Genozid an den Armeniern, weil ich selbst

einem Volk angehöre, das eine schlimme Geschichte hat. Die Verfolgung und Ermordung von Juden und von Sinti und Roma, das war ebenfalls Völkermord.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, wenn sich eine Gesellschaft mit den Schrecken, die

sie über andere Menschen gebracht hat, auseinandersetzt. Diese Auseinandersetzung

ist kompliziert, schmerzhaft und sie dauert lange. Aber sie ist wichtig.

Warum sind Menschen unter bestimmten Bedingungen dazu fähig, grauenhafte und

unmenschliche Taten zu begehen?

Nur wenn wir uns damit beschäftigen und den Finger in die eigene Wunde legen, können

wir lernen und versuchen zu verhindern, dass so etwas jemals wieder geschieht.

Ich glaube, dass die jüngste deutsche Geschichte zeigt, welche Folgen die

Auseinandersetzung mit der eigenen schrecklichen Geschichte haben kann:

Im Innern hat sie unsere demokratische Gesellschaft wachsamer gegen menschenverachtende Haltungen gemacht.

Nach innen hat sie unsere demokratische Gesellschaft wachsamer gegen

menschenverachtende Haltungen gemacht.

Nach außen hin freue ich mich darüber, dass ich wieder nach Polen reisen kann und dort

willkommen geheißen werde.

Es gibt zahlreiche Städtepartnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich. In der

EU arbeiten wir zusammen und versuchen uns immer wieder auf eine gemeinsame Politik zu verständigen. Es wachsen wieder jüdische Gemeinden in Deutschland.

Dennoch ist die Aufarbeitung der deutschen Geschichte nicht abgeschlossen – und das

darf sie wohl auch niemals sein.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung möchte ich Türkinnen und Türken und

Armenierinnen und Armenier ermutigen, sich voller Respekt voreinander gemeinsam auf

den verantwortungsbewussten, beschwerlichen Weg einer historischen Aufarbeitung zu

machen. Dieser Weg beginnt meiner festen Überzeugung nach mit der Anerkennung des

großen Leids der Armenierinnen und Armenier.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in der türkischen Zivilgesellschaft

bereits viele Menschen gibt, die die historischen Ereignisse anerkennen.

Der auch in Deutschland bekannt gewordene Journalist Hrant Dink hat sich für eine

Aussöhnung zwischen Armeniern und Türken eingesetzt. Traurigerweise hat ihn ein türkischer Nationalist umgebracht.

Vorgestern hat mein Parteifreund Cem Özdemir an einer türkisch-armenischen

Gedenkveranstaltung in Istanbul teilgenommen. Sie trug den Titel „In Memoriam 24. April“.


Solche Dinge sind für mich ein Grund für Hoffnung.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir sind hier, um die Erinnerung daran wach zu halten, wie schrecklich es ist, wenn

Menschen andere Menschen verfolgen und umbringen – allein weil sie einen anderen

Glauben haben, einer anderen Bevölkerungsgruppe angehören.

Auch nach einhundert Jahren sind Armenierinnen und Armenier voller Trauer um ihre

Angehörigen. Wir sind heute hier, um der Gequälten und der Toten zu gedenken.


Vor Versöhnung kommt die Anerkennung von Schuld!

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Wilhelm Sanders (wg. Philoxenia)

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